Alois Andritzki

P. Sales Hess OSB:

„Unter ihnen nenne ich besonders den jungen Kaplan Andritzky aus Dresden. Er war ein eifriger Priester, besonders für die Jugendseelsorge geeignet. Oft unterhielt er uns mit seinen Künsten. Welch eine Sensation war es jedes Mal, wenn er im Handstand durch die Stube oder am Abend durch den Schlafraum marschierte und die Confratres aus den Stockwerken der Betten wie von Galerien herunter applaudierten! Für jeden jederzeit zu einem Liebesdienst bereit, zu jeder Arbeit willig, hatte er sich die Sympathien aller erworben…“

 

P. Maurus Münch:

„Aloys war ein glänzender Turner. Hatte er sich abends ausgekleidet, ging er auf  Handstand in den Schlafsaal. Mit einigen Saltos schwang er sich leicht auf seinen Strohsack im dritten Stockwerk und vor dem Einschlafen lachten wir uns oft fast krank über seine Schnurren und drolligen Einfälle. Bei einer Sylvesterabendfeier im Priesterblock war Aloys mit seinen Saltos und tollen akrobatischen Leistungen der Clou des Abends…“

 

Andrea Čornakec:

…Alojs hatte sich schon als Schüler mit seinem Vater und einem seiner Brüder bei starkem Regen auf den Weg nach Krupka begeben. Solche Wege liebte er, so trainierte er seinen Körper und seinen Willen. Für ihn galt die Devise, dass der Mensch sich geistig und körperlich im Griff haben muss. Seinen Körper versuchte er auf verschiedene Weise zu kräftigen. Die Radiborer können sich noch daran erinnern, wie er frühmorgens den Weg zum Bahnhof zum Sprint nutzte. Er war auch viel mit dem Fahrrad unterwegs. Alojs war ein guter Schwimmer… Ob im Sommer oder im Winter zwischen den Eisschollen, Alojs brauchte das Bad, um sich frisch und sauber zu fühlen. Selbst am Morgen seiner Primiz war er im Steinbruch bei Schwarzadler, den er auch sonst oft früh um fünf Uhr mit seinen Freunden aus Schmochtitz besuchte…

 

Alfons Duschak:

…Und immer wieder trieb es ihn zu schwimmen, sich in die Elbe zu stürzen und das jenseitige Ufer anzustreben. Ob verboten an dieser Stelle, war ihm wurscht. Er trug die Strafmark für die Polizei vorsichtshalber schon immer bei sich…

 

 

(1) P. Sales Hess OSB, Dachau. Eine Welt ohne Gott, Sebaldus Verlag Nürnberg  2.Auflage 1948, S. 201
(2) P. Maurus Münch OSB, Der Kaplan an der Dresdener Hofkirche,  in „Stimmen von Dachau“, Rdbr. Nr.2/1956

(3) Andrea Čornakec,Wotrow ,  Studentska akademija wo Alojsu Andrickim, Radwor 1988
(4) Alfons Duschak, Unser Alois Andritzki, Brief